#Shortcut Jessica Backhaus

Jessica Backhaus (*1970, Cuxhaven, Deutschland), gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen zeitgenössischer Fotografie aus Deutschland. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln variiert Jessica Backhaus in ihrer fotografischen Arbeit zwischen Dokumentation und Abstraktion. Die Künstlerin befasst sich mit Gegenständen und Situationen des Alltags und betrachtet die Welt durch ihre Kamera immer wieder aus ungewöhnlichen Perspektiven. Aus ihrem freien Spiel mit Materialien entstehen in jüngster Zeit auch inszenierte Stillleben, Collagen und minimalistische Farb- und Lichtexperimente.

Jessica Backhaus studierte Fotografie und visuelle Kommunikation in Paris und lebte zwischen 1995 und 2009 in New York. Seit 2009 lebt und arbeitet die Künstlerin wieder in Berlin und wird dort von der Galerie Robert Morat seit 2008 vertreten. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. in der National Portrait Gallery, London, im Martin-Gropius-Bau, Berlin und im MARTA Herford. Die Kunsthalle in Erfurt widmete Jessica Backhaus 2013 eine große museale Ausstellung. Jessica Backhaus’ Werke haben zudem dauerhaft ihren Platz in bedeutenden Sammlungen, u.a. der Sammlung der Taunus Sparkasse, Bad Homburg, der Sammlung des Museum of Fine Arts, Houston, der Margulies Collection, Miami, der Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt und der ING Art Collection, Brüssel. Mit dem Kehrer Verlag, Heidelberg, sind acht Monographien entstanden.

VTph editions: Jessica, deine Serie „Confinement in Berlin“ ist im Lockdown 2020 entstanden und du zitierst Joseph Beuys mit „Wer nicht denken will, fliegt raus.“ Warum ist Beuys für dich gerade so hochaktuell?

Als die Kuratorin Diana Poole mich Anfang Februar 2020 eingeladen hatte, mit Ihr den Guest Room von DER GREIF zu realisieren, konnten wir noch nicht erahnen, was auf uns zukommen würde hinsichtlich der Pandemie. Das berühmte Zitat von Joseph Beuys fand ich schon immer sehr spannend. Es sind herausfordernde Worte, die ich ideal für eine Ausstellung fand. Als wir uns dann im Lockdown befanden, hatte mich Diana Poole gefragt, welche Arbeiten ich produzieren würde im Hinblick auf das Zitat. Erst später erfuhr ich, dass 2021 das “Beuys Jahr” sein würde, da er dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Ich denke Joseph Beuys’ Werk ist immer schon zeitlos und relevant für jede Zeit gewesen.

VTph editions: Die gelben Karteikarten entsprechen demnach eher den Gedankenzitaten?

Ja, und ich dachte, dass es ein schöner Clin d’oeil wäre, meine Fotos auf genau diese gelben Karteikarten zu setzen. Natürlich in Anlehnung an Beuys.

VTph editions: Dein neues Buchprojekt „Cut Outs“, welches im Kehrer-Verlag publiziert wird, zeigt viele deiner neuen Arbeiten. Erzähl uns gerne mehr darüber.

Cut Outs ist eine Serie, die mit einfachsten Mitteln entstanden ist und die Fotografie auf ihre Grundelemente wie Licht und Schatten und Form und Farbe reduziert. Ausgeschnittenes transparentes Papier reagiert auf die Hitze intensiver Sonneneinstrahlung, es verformt sich, erhebt sich und wirft Schatten. Es ist eine poetische Choreografie von intensiven Farben im Sonnenlicht, eine Homage an die Farbe. Für mich sind Farben Auslöser für Emotionen.

VTph editions: Welche neuen Ausstellungsprojekte verfolgst du und wo können wir dich mal wiedersehen?

Momentan sind einige Ausstellungsprojekte in Planung. Nächste Woche wird erst einmal eine Ausstellung Blending Worlds in Köln in der Galerie Anja Knoess eröffnet werden. Dort zeige ich Arbeiten aus meinem Projekt Far away but close neben Arbeiten von dem Maler Roger Wardin. Die Ausstellung wird bis zum 12. Juni 2021 zu sehen sein. Danach steht Arles an. Dort werde ich in der Galerie The Eye Sees in Zusammenarbeit mit der Robert Morat Galerie die neuen Arbeiten der Serie Cut Outszeigen. Sie werden dort sozusagen am 5. Juli 2021 Premiere haben. Zusätzlich zeigen wir auch einige ausgewählte Arbeiten von meinem Projekt A Trilogy. Für den Herbst sind dann ein paar Messen wie Photo London, Photo Basel und Paris Photo mit der Robert Morat Galerie geplant und im Frühling 2022 gibt es eine Einzelausstellung von den Cut Outs hier in Berlin in der Robert Morat Galerie. Ich drücke fest die Daumen, dass diese Projekte auch stattfinden können. Die Hoffnung stirbt zuletzt…!

 

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