Brigitte Lustenberger / Book Cover

Brigitte Lustenberger / Book Cover

© Brigitte Lustenberger, When you could not meet me

© Brigitte Lustenberger, When you could not meet me

© Brigitte Lustenberger, Where it begins

© Brigitte Lustenberger, Where it begins

© Brigitte Lustenberger, Where the stars are sleeping

© Brigitte Lustenberger, Where the stars are sleeping

© Brigitte Lustenberger, The name of the story will be time

© Brigitte Lustenberger, The name of the story will be time

© Brigitte Lustenberger, I remember now

© Brigitte Lustenberger, I remember now

© Brigitte Lustenberger, I can hear the deep rasp of your laughter

© Brigitte Lustenberger, I can hear the deep rasp of your laughter

Brigitte Lustenberger

An Apparition of Memory

Verlag: Hatje Cantz

Gestaltet von Brian Paul Lamotte

Texte von Chiara Agradi, Nathalie Herschdorfer, Yuri Mitsuda, Danaé Panchaud

Herausgegeben von Kanton Bern, Nadine Barth, Brigitte Lustenberger 

Englisch, Französisch, Deutsch, Japanisch

216 Seiten, 94 Abbildungen, 22 x 33 cm

Offene Fadenheftung mit Umschlag

Getrocknete Blumen – fixiert auf alten Diagläsern – ersetzen die Foto-Emulsion und werden so zu filigranen Fotografien. Unter einem Mantel aus Kalk und Salzkristallen scheinen die Blumen für die Ewigkeit erhalten zu sein. Für einen kurzen Moment scheinen wir die Zeit stoppen und die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens bewahren zu können. An Apparition of Memory ist eine Hommage an die Schönheit des Alterns und das Vergehen der Zeit. Die Bilder vereinen das Flüchtige einer Lichtzeichnung, als auch das Bewahrende einer Fotografie. Sie zeigen die unglaublichen Details der raffinierten Konstruktionen der Natur und hinterfragen unseren Umgang mit Erinnerung. 

Die Titel der Fotografien sind Zitate aus Fernsehsendungen, Romanen, Gedichten und Liedern. Sie erweitern das Lesen der Werke durch Anspielungen auf fiktive Erzählungen, die das Thema der Vergänglichkeit unterstreichen. Vier Essays von Nathalie Herschdorfer, Danaé Panchaud, Chiara Agradi und Yuri Mitsuda geben Einblick in die prozess-orientierte Arbeitsweise der Künstlerin und die Verflechtung der analogen und digitalen Technologie dieser Arbeit. Die Texte sind auf in Deutsch, Französisch, Englisch und der Text von Yuri Mitsuda in Japanisch zu lesen. 

„Ob ihrer beinahe fühlbaren Finesse frage ich mich, ob dies echte Blumen sind. Oder sind es vielmehr kunstvolle Gebilde aus schwerelosen Lichtpartikeln?“–Yuri Mitsuda 

„Brigitte Lustenberger betont, dass sie sich keineswegs als Blumenfotografin versteht. Alles in allem interessieren sie Blumen eigentlich nicht. Der Titel dieses Bandes – An Apparition of Memory – deutet vielmehr auf eine fotografische Recherche hin, die sich mit der Zeit sowie dem persönlichen und kollektiven Gedächtnis beschäftigt. Die zarten Fotografien von Brigitte Lustenberger erzählen Geschichten, und obwohl die Blumen regungslos sind, erzählen sie von kaum wahrnehmbaren Bewegungen ihrer Blütenblätter im Wind. Die fast im Auflösen begriffenen Blütenblätter der Serie An Apparition of Memory konfrontieren die Betrachter:innen mit der flüchtigen Natur der Existenz und der Unmöglichkeit, selbst durch Fotografie die Zeit einzufangen oder anzuhalten. Dank des Lichts hüllen sich ihre Fotografien in einen Hauch von Geheimnis und lassen Raum für die Vorstellungskraft der Betrachter:innen: Sie suggerieren mögliche Szenarien; von Licht erfüllt, zwischen Leben und Tod oszillierend, versuchen sie die Gegenwart zu bewahren, lassen jedoch eine Vergangenheit erkennen, die der Fantasie freien Lauf lässt und eine Zukunft antizipiert.“–Chiara Agradi 

„Durch die geschickte Verbindung ihres umfangreichen kunsthistorischen Wissens, die fundierte konzeptuelle Nutzung der Fotografie, ihre Faszination für schlichte Blumen und ihre Offenheit gegenüber unvorhersehbaren Prozessen schafft sie ein beeindruckendes Werk mit einer Fülle an Interpretationsmöglichkeiten. Neben den präzisen konzeptionellen Facetten ihres Projekts gelingt es ihr in einzigartiger Weise, Bedeutung durch den gezielten Einsatz von Schönheit in ihren Bildern zu vermitteln. Trotz der düsteren Themen, die sich in den Arbeiten finden, bereitet uns die Künstlerin mit ihren Fotografien Freude. Es ist ein unbestreitbarer Genuss zu sehen, wie diese äußerst anspruchslosen Blumen, die keinerlei wissenschaftlichen oder kommerziellen Wert aufweisen, und so fragil sind, dass sie buchstäblich zu zerfallen drohen, in so schöne und berührende Bilder verwandelt werden.“–Danaé Panchaud 

https://lufo.ch

https://www.hatjecantz.de

Descriptions

"Ich liebe es, die verlorene, entrückte Welt verwelkter Dinge zu sehen: eine delikat verdorrte Blume, die Zartheit eines getrockneten Blütenblattes, die sanfte Weichheit einer welkenden Blume. Ich versuche einen Hauch von Licht in eine vergessene Welt zu bringen. Die Schönheit der Blumen, die ihre Blütezeit überschritten haben und in unserer Gesellschaft als Abfall gelten, bewegt mich zutiefst. Meine Bilder kreisen um das in der Fotografie inhärente Paradoxon, indem sie uns den unausweichlichen Lauf der Zeit bewusst machen, während die Fotografie als technisches Medium eigentlich dazu gedacht war, das Leben zu bewahren. Wie eine Wissenschaftlerin sammle ich Blumen in meiner Umgebung und lege sie auf alten Diagläser, weiche diese in Wasser ein und lasse sie trocknen. Unter einem Mantel aus Kalk und Salzkristallen scheinen die Blumen für die Ewigkeit erhalten zu bleiben. Für einen kurzen Moment glauben wir, die Zeit stoppen und die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens bewahren zu können. Meine prozessorientierte Arbeit stellt unseren Begriff der Vergänglichkeit in Frage und zeigt poetisch die Schönheit und Zärtlichkeit des Welkens und des Verfalls."

Brigitte Lustenberger

Info

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